Dienstleistung Erosionsschutz, Sauerstoff, Wasser, Klima

zurück     weiter

7 Realisation

 

Es ist schon schwierig Menschen für eine Änderung ihres Lebenswandels zu überzeugen. Noch schwieriger ist es die unzähligen Fakten bei einer Umsetzung zu erkennen und zu berücksichtigen. Die Realisation braucht noch viele Studien und noch mehr gute Ideen. Ich versuche einige Aspekte aufzuzeigen. Die Grundregel ist aber die, dass die Gärtnerin eine wohlwollende Geschäftspartnerin ist und lediglich die Ressourcen und damit uns Menschen schützen will.

Die Gärtnerin ist natürlich eine fiktive Person und muss durch ein weltweit akzeptiertes Gremium ersetzt werden. Vielleicht als Teil der UNO. Die Mitglieder dieses Gremiums sollten sich von nationalen Interessen lösen und Entscheidungen im Sinne der Gärtnerin treffen, um den Garten zu erhalten und zu stärken. Sie müssen handeln als wäre es ihr eigener Garten.

 

7.1 Ressourcenkosten

 

Ressourcenkosten entstehen an der Grenze zum Ökosystem:

  • Werden nicht biologische Ressourcen entnommen, kann für Aufarbeitung und deren voraussichtliche Schadwirkung direkt an der Quelle ein REU Preis festgelegt werden. Dies trifft z.B. auf fossile Energieträger zu, die letztendlich vollständig zu CO2 umgewandelt werden.
  • Ökologische Entwertung von Flächen
  • Entnahme von biologischen Ressourcen aus den Ökosystemen (Holz, Tiere, Pflanzen, …). Wenn mehr Ressourcen entnommen werden, als pro Zeiteinheit produziert werden, steigt der REU Preis überproportional an. Sollte das Ökosystem sogar geschädigt werden, muss die Fläche nach 7.5.1.5  neu bewertet werden.
  • Produktion von giftigen Stoffen

7.2 Kompromisse

 

Das gesamte Wirtschaftssystem hat sich in vielen Jahren unter dem Faktor Geld entwickelt und optimiert. Einen neuen Markteilnehmer schlagartig und ohne Kompromisse einzuführen, scheidet aus. Es wäre mehr als ein wirtschaftliches Erdbeben.

Kompromisse erhöhen die Akzeptanz. Gerade Menschen, die ihr Verhalten am stärksten ändern müssten, haben auch den größten Einfluss, um Ressourcen zu sparen. Sie müssen eine Chance haben, sich umzustellen und neue Vorteile zu entdecken.

Diese Kompromisse sind denkbar:   

  • Es werden nicht sofort alle Ressourcen berücksichtigt
  • das Gesamtbudget wird zunächst großzügig bemessen
  • Ressourcen dürfen in kleinem Maßstab ohne REU entnommen werden (Selbstversorger, Entnahme Eigenverbrauch ohne wirtschaftliche Interessen)

7.3 Individuelles Budget

 

Aus meiner Sicht wäre ein individuell angepasstes REU Budget, z.B. abhängig vom Einkommen oder Besitz,  nicht nützlich: Menschen, die dank ihrer finanziellen Mittel und gesellschaftlicher Position einen hohen Ressourcenverbrauch haben, sollten kein höheres REU Budget erhalten. Eine solche Konstruktion widerspräche jedem Gerechtigkeitsempfinden, fördert Korruption, ist intransparent und statt Probleme anzugehen, würden wir über Verteilungsschlüssel streiten.

Stattdessen könnten sie anderen Menschen REU abkaufen. Dies ist auch nicht optimal aber besser als der momentane Zustand, in dem Ressourcen auf Kosten von weniger wohlhabenden Menschen verbraucht werden.

 

7.4  Schrittweise Einführung

 

Als erster Schritt müsste die REU Währung etabliert werden:

  • Ein Konto für jeden Menschen für die monatliche Überweisung des Pro-Kopf REU Budgets, REU sollte keine Bargeldwährung sein.
  • Konten der Gärtnerin, um REU Ressourcenpreise zu überweisen
  • Bestimmung mindestens eines Ressourcenpreises an der Grenze zum Ökosystem
  • Erweiterung des Rechnungswesens für REU Kosten
  • Erweiterte Kostenoptimierung in den Unternehmen
  • Auszeichnen aller Waren mit dem REU Preis
  • Rechnungserstellung für Ressourcen

Zu Beginn reicht es eine kritische Ressource, z.B. CO2 zu berücksichtigen und die Kosten durch das Wirtschaftssystem zu schleusen.

Sobald die Zahlungswege für eine Ressource etabliert sind, können weitere Ressourcen ergänzt werden.  

 

7.4.1 Etablieren der REU Währung

 

Wie kann die REU Währung zum bestehenden klassischen  Geld eingeführt werden,  ohne dass die Wirtschaft zusammenbricht, und ohne dass zu viel Zeit vergeht, bis Ressourcen tatsächlich gespart werden?

Kriterien:

  • Der Übergang muss kontrolliert sein: Das Ressourcenbudget und Ressourcenkosten müssen ausbalanciert sein. Ein Ungleichgewicht würde entweder dazu führen, dass Ressourcen nicht wertvoll genug sind, um sie einzusparen (Budget zu groß) oder  die Wirtschaft käme zum Erliegen, weil das Budget nicht mehr ausreicht Produkte zu kaufen.
  • Beim Übergang dürfen einzelne Ressourcen nicht so überteuert werden, dass dafür andere kritischere Ressourcen noch stärker genutzt werden (Holz statt Gasheizung, Biosprit statt Erdöl, …).
  • Vor dem Stichtag ab dem Ressourcen in REU bezahlt werden müssen, darf der Ressourcenverbrauch nicht beschleunigt werden.
  • In der Übergangsphase muss Betrug verhindert werden. Z.B. billige REU bei anderen Menschen kaufen, Ressourcen auf Vorrat kaufen, Problemstoffe illegal entsorgen, …
  • Die Erhöhung von Ressourcenkosten und das Budget müssen gleichmäßig erfolgen. Sie müssen für Marktteilnehmer vorhersehbar und berechenbar sein, damit sie sich darauf einstellen können.

Das Gremium hat diese Stellschrauben:

  • Ressourcenkosten an den Quellen und ihre Änderungsrate
  • Budgethöhe und Änderungsrate
  • Welche Ressourcen bewertet werden

7.4.1.1 Einführungsphasen

Das Gremium legt fest, dass ab einem bestimmten Datum Ressourcenpreise zu entrichten sind und welches Gesamtbudget verfügbar ist.

 

Phase 1: 

Ziel ist es, die REU Kosten so schnell wie möglich bis zum Endverbraucher durchzureichen.

  • Die REU Kosten an den Quellen sind sehr viel geringer als eigentlich notwendig, damit ein schleichender Übergang möglich ist.
  • Das Gesamtbudget wird verringert, aber nicht so stark wie die REU Kosten. Es gibt einen moderaten Budgetüberschuss.
  • Die REU Kosten mindestens einer Ressource werden den Unternehmen an den Schnittstellen in Rechnung gestellt.
  • Das Gesamtbudget wird an den Staat gezahlt, der es in dieser Phase nur zu einem geringen Teil an die Menschen auszahlt.

Innerhalb der Unternehmen wird bestimmt, wie die REU Kosten auf die verschiedenen Produkte aufgeschlüsselt werden. Dies erfolgt analog zu klassischer Kostenrechnung. Die Produktkosten werden unmittelbar an die Unternehmenskunden weitergereicht, die diese Kosten sofort bei Lieferung bezahlen müssen. Damit werden alle Unternehmen anfänglich eine negative REU Bilanz haben, die den Ressourcen entspricht, die in das Unternehmen eingebracht, aber noch nicht als Produkte geliefert worden sind.

Das REU Gesamtdefizit der Wirtschaft kann jedoch nicht größer ausfallen als die erhobenen Ressourcenkosten an den Quellen. Wenn mehrere Monate betrachtet werden, gilt dies für die Summe aller Ressourcenkosten und aller bisherigen Monate.

Wenn die Produkte mit Ressourcen hergestellt wurden, die vor Phase 1  ohne REU Ausgleich der Natur entnommen wurden, wird dies nicht berücksichtigt. Das bedeutet, dass Lagerbestände der Unternehmen plötzlich einen REU Wert besitzen, da diese ja gegen REU verkauft werden können, ohne dafür selber REU bezahlt zu haben. Dies eröffnet leider eine Betrugsmöglichkeit, da vor Einführung Ressourcen auf Vorrat entnommen würden.

Je nach Länge der Produktionskette kann es einige Zyklen dauern, bis die Ressourcenkosten an den Endprodukten ausgewiesen werden. Erst wenn Endverbraucherprodukte verkauft werden, fließen REU zurück in die Wirtschaft.  Damit hätten Unternehmen eine dauerhaft negative REU Bilanz.

Wenn eine negative Bilanz keine Nachteile hätte, wären Unternehmen nicht gezwungen ihre REU Produktkosten richtig zu  berechnen: Sie könnten REU Produktkosten willkürlich zu gering ausweisen, damit ihre Produkte konkurrenzfähiger sind. Gäbe es keine  wirtschaftliche Konsequenzen für die Unternehmen würden die Bilanzen immer negativer werden.

Um dies zu verhindern, müssen Unternehmen am Monatsende ihre REU Schulden ausgleichen, indem sie REU aus dem Gesamtbudget beim Staat mit normalem Geld erwerben. Der Wechselkurs kann sich nicht durch Angebot und Nachfrage bilden, da es in dieser Phase nur den Staat als REU Anbieter gibt. Der Preis soll so gering wie möglich sein: Die Einnahmen sollen den Staat nicht finanzieren, sondern die Unternehmen motivieren REU Kosten weiterzugeben oder REU Kosten zu vermeiden.

Unternehmen dürfen nicht mehr REU erwerben als zum Ausgleich der Bilanz notwendig ist. Dies soll verhindern, dass einige Unternehmen die Bilanz überkompensieren und anderen diese REU fehlen.  

 Probleme:

  • Unternehmen könnten versuchen mehr als die benötigten Ressourcen zu kaufen um Vorräte aufzubauen, da die Ressourcenpreise im Moment noch niedrig sind. Das könnte die Ökosysteme überlasten.
    Das Gremium beobachtet ob eine auffällige Steigerung des Ressourcenbedarfs vorliegt.
  • Wenn die REU Kosten an den Quellen das Budget beim Staat übersteigen, muss der Wechselkurs zum Umtausch von Geld in REU angepasst werden. In Ausnahmefällen muss das Gremium sogar das Budget erhöhen.

Sollten bereits in dieser Phase REU Preise bis zum Endverbraucher gelangen, so kann der Verbraucher  diese mit seinem minimalen Budget bezahlen. Eventuell muss er Geld gegen REU tauschen.

 

Phase 2:

Endprodukte werden nach und nach REU Preise erhalten, die sich in Schritten erhöhen, weil die REU Kosten über verschieden lange Zulieferketten weitergereicht werden.

Das an die Menschen auszuzahlende Budget wird anhand eines Musterwarenkorbes bestimmt, ähnlich zur Bestimmung der Inflationsrate. Der momentane Wert des Warenkorbes wird um einen Faktor erhöht und aus dem Gesamtbudget ausgezahlt.

Sollten Menschen einen REU Überschuss haben, können sie diesen an Unternehmen verkaufen oder sparen.

 

Phase 3:

Nach einigen Monaten wird das REU Budget, d.h. der Warenkorb eingeschwungen sein und das Gremium wird langsam die REU Kosten an den Quellen erhöhen. Gleichzeitig werden weitere Ressourcen berücksichtigt und das Budget gemäß Warenkorb angepasst. Am Ende der Phase wird der Staat fast das komplette Budget an seine Bürger auszahlen.

 

Phase 4:

Wenn alle Ressourcen bewertet werden und ein Gleichgewicht entstanden ist, wird das Budget langsam verkleinert. Spätestens jetzt entsteht aus diesem Mangel die Notwendigkeit Ressourcen zu sparen oder Produkte mit geringen REU Kosten anzubieten.

 

Phase 5:

Der Ressourcenverbrauch ist soweit zurückgegangen, dass wir nachhaltig leben. REU Budget und REU Priese bleiben konstant, bzw. werden nur leicht angepasst. So werden wir den Ressourcenüberschuss nicht vollständig verbrauchen und die Ökosysteme erholen sich wieder.

 

7.5  Budget

 

Der Gesamtwert der Ressourcen wird mit einer Menge REU gemessen, die von einem frei bestimmbaren, monatlichen Pro-Kopf REU Budget, z.B. 1000 REU je Monat abgeleitet wird.

Die Gesamtressourcen sollen dem Gesamtbudget entsprechen (Phase 3, s.o.):
     Gesamtjahresbudget = 1000 REU je Monat * 12 Monate * 7e9 Menschen Gesamtbevölkerung = 8,4e13 REU

Das heißt, wenn alle Menschen ihre 12.000 REU in einem Jahr ausgeben, haben sie die Gesamtressourcen verbraucht.

In der Anfangsphase ergäbe sich noch keine Einsparung der Gesamtressourcen. Trotzdem sind diese positiven Effekte zu erwarten:

  • Viele Menschen werden versuchen REU, d.h. Ressourcen, zu sparen
  • Sie werden Produkte vergleichen und ökologisch günstigere Produkte wählen, da sie an Preisvergleiche gewöhnt sind. Sie werden sogar günstigere Produkte wählen, wenn sie über genug REU verfügen.
  • Es ergeben sich eine neue Denkweise und ein Bewusstseinswandel. Statt abstrakt über Energie, Abfälle und Gifte nachzudenken, sind sie konkret in REU sichtbar und werden durch das eigene REU Budget bewertet.
  • Menschen mit hohen REU Ausgaben müssen REU verdienen, s. 6.

7.5.1  Auszahlung des Budgets

 

Die Staaten erhalten das Gesamtbudget ihrer Bürger und sind dafür verantwortlich das Budget auszuzahlen. Ein möglichst kleiner Teil des Budgets wird einbehalten, um allgemeine gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen, die keinem Verbraucher, sondern der Allgemeinheit zuzuordnen sind:

  • Betrieb der staatlichen Einrichtungen
  • Militär
  • Finanzverwaltung
  • Polizei
  • Verwaltung
  • Politik

Wo immer REU Kosten für eine Dienstleistung oder Einrichtung einem Bürger zugeordnet werden können, sollen die REU Kosten weitergegeben werden, damit auch hier Umweltkosten für den Endverbraucher transparent werden und der Staat ebenfalls den Ressourcenverbrauch optimiert. Diese direkte Zuordnung der REU Kosten ist wesentlich und überträgt die Verantwortung für den Ressourcenverbrauch an den letztendlichen Verursacher.

Dienstleistungen

  • Heirat, Taufe, …
  • Ausstellen von Dokumenten
  • Gerichtsverfahren
  • Umweltkosten für Straßen (Straßenbau, Erhaltung, Flächenentwertung)

7.5.2          Transparenz

 

Alle Menschen erhalten das gleiche Budget, also sollten auch alle Ressourcen nach einem einheitlichen Kostenkatalog bewertet werden. Dies ist wie eine global gültige Preisliste für Ressourcen, z.B. 5 REU pro Kilo CO2 oder wenn 1 ha potentieller Primärwald in einen Acker umgewandelt wurde, kostet dies 500 REU pro Monat.

Das Gremium wird nach Prioritäten und drängendsten Problemen die Relation der einzelnen Ressourcenkosten festgelegen, z.B. wenn der Klimawandel die akute Bedrohung darstellt, wird der CO2 Preis so gewählt, dass er die REU Kosten für die ökologische Entwertung von Flächen übertrifft. Allerdings dürfen andere Ressourcen nicht unterrepräsentiert werden, damit ihr Verbrauch nicht zunimmt.

Die Relation wird permanent justiert, so dass beim Erfüllen der CO2 Probleme der Flächenverbrauch nicht übersehen wird.

 

7.5.3          Bezahlung derRessourcen

 

Ähnlich wie im heutigen Steuersystem muss der Staat die REU Kosten an den Quellen von denjenigen einfordern, die die Ressourcen an der Schnittstelle Ökosystem / Wirtschaft innerhalb des Landes nutzen oder entnehmen.

Das Gremium schätzt die Gesamtressourcen, die in diesem Land entnommen werden und stellt dem Staat diese Ressourcen in Rechnung. Der Staat stellt jedem Unternehmen den Betrag in Rechnung.

Der Staat erhält das REU Budget vom Gremium, das an seine Bewohner ausgezahlt wird und er muss REU an das Gremium für entnommen Ressourcen an das Gremium zahlen.

Dabei ist wichtig, dass dieser Weg nicht abgekürzt wird: REU müssen vom Endverbraucher über die Wertschöpfungskette zurück zu den Ressourcenquellen fließen. Es wäre unzulässig, wenn der Staat das Budget benutzt, um die Ressourcenkosten direkt zu bezahlen und so die Verursacher, d.h. den Endverbraucher und alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten, übergeht und aus ihrer Verantwortung entlässt.

 

7.5.4          Erzeugung und Entsorgung von Stoffen

 

Jeder neu erzeugte Stoff wird in seiner Schädlichkeit bewertet (Wirkung, Abbauzeit, Menge, Verteilung, Komplexität beim Sammeln und Aufbereiten, Risiken, …) und erhöht die REU Kosten.

Die Gärtnerin geht bei allen Stoffen zunächst davon aus, dass sie früher oder später wieder in die Natur gelangen. Zersetzen sich Stoffe nachdem sie in die Natur ausgebracht wurden, muss die Schadwirkung der Zerfallsprodukte berücksichtigt werden.

Werden die Stoffe nach ihrer Nutzung wieder eingesammelt und so verhindert, dass sie sich in der Umwelt verteilen, werden REU teilweise zurückerstattet.

Werden die gesammelten Stoffe von uns Menschen unschädlich gemacht, wird ebenfalls ein Teil der REU Kosten zurückgezahlt. In Summe werden jedoch weniger REU ausgezahlt, als zuvor von der Gärtnerin verlangt wurden, weil die Gärtnerin Risiken für den Garten erwartet und nicht alle Stoffe neutralisiert werden können.

Werden Materialien stofflich recycelt, werden von der Gärtnerin keine weiteren REU ausgezahlt, denn stattdessen können die recycelten Stoffe erneut (auch gegen REU) weiterverkauft werden. Werden beim Recycling andere ökologische Kosten verursacht (Hilfsstoffe, Energie, Transport, Restabfälle), müssen diese REU Kosten an die Gärtnerin gezahlt und auf die recycelten Stoffe umgelegt werden.

Werden Dinge produziert, die nur schlecht von den Menschen gesammelt und zur Wiederverwertung gebracht werden können, wird das Risiko erhöht, dass die Stoffe unkontrolliert in die Umwelt gelangen und dort sehr lange wirksam sind. Dies würde z.B. für Mikroplastik gelten, das überwiegend ins Abwasser oder die Böden gelangt.

Stoffe, z.B. Dünger, Pestizide, etc., die in die Ökosystemen gezielt ausgebracht werden (Böden, Grundwasser, Flüsse, Luft),  und diese schwächen, werden schon bei der Produktion bewertet und in Rechnung gestellt.

Entstehen Stoffe, die ein Risiko bedeuten oder deren Risiko unbekannt ist (Pflanzenschutzmittel, Antibiotika, …), so wird ein hoher REU Preis erhoben. Die Gärtnerin ist sehr vorsichtig und geht im Interesse des Gartens vom Schlimmsten aus.  Am liebsten würde sie derartige Stoffe ganz ausschließen. Genauso, wie wir uns wehren würden, wenn uns versprochen würde, dass das geplante Zementwerk in unserem Garten völlig unproblematisch sei.

Unbenommen bleibt es, dass bestimmte Stoffe von Regierungen komplett verboten werden, z.B. besonders kritische Pestizide, die erwiesenermaßen gesundheitsschädlich sind.

Werden für Elektronikprodukte Chemikalien eingesetzt oder verbaut, so sind diese schädlich und es werden schon bei der Produktion REU gefordert, die an den Endverbraucher weitergereicht werden. Wenn Elektronikprodukte zurückgegeben werden, werden REU zurückerstattet, da verhindert wird, dass sie sich in den Ökosystemen verteilen. Weitere REU werden erstattet, wenn die Stoffe korrekt entsorgt werden.

Der REU Preis ist ähnlich zu einem Pfandsystem für stoffliche Ressourcen: Wenn Ressourcen zurückgebracht und neutralisiert werden, erhalte ich einen Teil der REU zurück.

 

7.5.4.1         Beispiel Kunststoffe aus Rohöl

 

Wenn beispielsweise Rohöl gefördert wird, geht die Gärtnerin zunächst davon aus, dass es letztendlich verbrannt wird, d.h. es entstehen CO2 und andere Giftstoffe. Dafür werden bereits an der Quelle REU fällig. Weitere REU Kosten entstehen durch Schäden bei der Ölförderung, den Einsatz von Maschinen, Energie, usw.

Wird das Rohöl in andere Produkte umgewandelt (Kunststoffgranulat, Öle, Lösungsmittel, Dünger, …) wird auch hier davon ausgegangen, dass diese Stoffe in die Umwelt gelangen und dort langfristige Schäden verursachen. Abhängig von der Schädlichkeit der Materialien werden im Moment der Produktion REU in Rechnung gestellt.

Plastik ist zum Beispiel umweltschädlicher als  das Verbrennen von Rohöl, denn es lässt sich durch die Ökosysteme nur sehr langsam abbauen und hat ein großes Schadenspotential. Die Wirkungen sind nicht einmal vollständig verstanden und stellen ein großes Risiko für die Gärtnerin dar. Plastik verteilt sich global und wirkt negativ auf Lebewesen, z.B. hormonell. Für diese Kunststoffprodukte muss ein REU Preis erhoben werden.

Wenn Plastik nicht verteilt, sondern verbrannt wird, entstehen weitere giftige Stoffe (Dioxine, Filterstaub, …). Dieser CO2 Beitrag wäre jedoch schon an der Quelle berücksichtigt worden.

Wird Kunststoff zur Verwertung gesammelt, werden REU zurückgezahlt, da der Kunststoff nicht mehr unkontrolliert in die Umwelt gelangt. Beim Recycling entstehen normale Geldkosten, die die Entsorgungsaufwände der Unternehmen abdecken.  Je nachdem wie mit dem Kunststoff verfahren wird (Verbrennen, stoffliche Wiederverwendung) werden weitere REU zurückgezahlt. Allerdings werden in Summe deutlich weniger REU von der Gärtnerin ausgezahlt als zuvor gezahlt wurden. Der Verbrauch an Kunststoffen soll zurückgehen. Davon unbenommen kann Kunststoff weiter eingesetzt werden, denn er kann auch einen Beitrag zur Einsparung von Ressourcen leisten (Leichtbau, Korrosionsschutz, wiederverwendbare Transportverpackungen, …).

 

7.5.5          Ökosysteme und Flächen

 

Die geografischen und klimatischen Voraussetzungen für verschiedene Land- und Seeflächen sind unterschiedlich. Für jede Fläche wird ihr theoretisch maximaler ökologischer Wert bestimmt, wenn der Mensch nicht eingegriffen hätte. Als nächstes wird der momentane ökologische Wert berechnet und die Differenz ergibt den Verbrauch von Regenerationsressourcen.

Dies gilt überall, auch z.B. für Gebiete, die heute wegen früherer Rodungen keinen Wald mehr haben, ihn aber auch heute noch haben könnten. Damit wird verhindert, dass diejenigen, die bisher übermäßig Ressourcen verbraucht haben, bevorteilt werden.

Es gibt bereits Forschungsprojekte, die den Wert von Ökosystemen ermitteln [17].

Um die Vorgehensweise zu erläutern, könnte die Bewertung z.B. nach diesen Kriterien erfolgen. Sie muss transparent und allgemeingültig sein. Bewertet wird

  • Biomasse (B), inklusive Pflanzenreste, d.h. eingelagerter Kohlenstoff
  • Artenvielfalt (A) als Maß für die Stabilität des Ökosystems
  • Sauerstoffproduktion (S), Wasserspeicherung
  • Ökologische Relevanz (R) für angrenzende Gebiete, z.B. durch die Barrierewirkung von Autobahnen

Mit einem Punktesystem könnte die Bewertung so aussehen:

  • 4 = Wüste:                                        B=2, A=2, S=0, R=1  (Summe = 4)
  • 9 = Steppe: B=3, A=3, S=2, R=1
  • 14 = Graslandschaft: B=3, A=5, S=3, R=3
  • 33 = Mischwald:                               B=8, A=7, S=9, R=9
  • 11 = Ackerfläche (*):                     B=4, A=4, S=2, R=1
  • 25 = Wald (wenige Arten): B=8, A=5, S=7, R=5
  • 15 = Plantagenwald: B=5, A=2, S=5, R=3
  • 40 = unangetasteter Regenwald: B=10, A=10, S=10, R=10
  • 4 = Wasserdicht versiegelte Flächen, relativ klein: B=0, A=0, S=0, R=4
  • 0 = Autobahnen: B=0, A=0, S=0, R=0
  • 21 = Gärten:                                                                                 B=6, A=6, S=4, R=5
  • 3 = Porös versiegelte Flächen:                                                   B=0, A=0, S=1, R=2
  • 13 = versiegelte Flächen mit Baumbestand: B=4, A=2, S=3, R=4
  • 19 =Seegrassfelder B=5, A=7, S=7, R=10
  • 22 =Korallenriffe B=6, A=9, S=7, R=10
  • 18 =Begrünte Mülldeponien (*): B=2, A=4, S=2, R=3

(*) eventuell eingebrachte oder gelagerte Schadstoffe werden gesondert betrachtet.

Wird z.B. ein ausgewachsener Mischwald in eine Ackerfläche umgewandelt, wird der ökologische Wert um 33-11 = 22 Punkte vermindert. Diese Punkte werden mit REU bewertet.

Könnte e­s aufgrund der klimatischen Bedingungen in einem Gebiet Kiefernwälder geben (25) und wurde dieser Wald durch vollständige Abholzung in Steppe (9) verwandelt, kostet dies 16 Punkte pro Monat.

Straßen und bebaute Grundstücke sind vollständig versiegelt und haben keinen ökologischen Wert. Für die Nutzung fällt ein entsprechender REU Betrag an.

Um die Kosten zu reduzieren, könnten Flächen ökologisch aufgewertet werden:  Wiederaufforstung, Begrünung von Dächern, Sickerflächen, Grünstreifen, usw. Wo es möglich ist, sollten Flächen effizienter genutzt werden.

Hierzu gibt es sehr gute Konzepte, die unter Umständen sogar bessere Ökosysteme ermöglichen, als natürlicherweise vorhanden wären, z.B. die Hochhauskomplexe Bosco Verticale in Mailand [18].

Sollten die REU Kosten keinen ausreichenden Schutz der Ökosysteme gewährleisten, müssen Länder für den Erhalt oder Wiederaufbau von Ressourcen einen Ausgleich von den Ländern mit einem überdurchschnittlichen Verbrauch erhalten. Zum Beispiel ist der Erhalt des Regenwaldes essentiell wichtig für die gesamte Menschheit. Wenn diese Länder ihn nicht nutzen sollen, müssen sie einen Ausgleich erhalten.

Neben dem REU Preis muss es auch Sanktionen geben: Wer Ressourcen zerstört oder REU Kosten nicht begleicht, muss den Schaden wieder gut machen, indem er mit seinem Kapital, seiner Arbeitskraft etc. das Ökosystem stärkt um den Schaden zu kompensieren. Geld- oder Gefängnisstrafen nützen der Gärtnerin nichts.

 

7.5.6          Unsicherheiten und Fehler bei der Bewertung

 

In erster Linie ist es wichtig Ressourcen überhaupt einen Preis zuzuordnen und den Gesamtverbrauch an Ressourcen zu verringern. Dies wird auch funktionieren, wenn die Bewertung der Ressourcen an der Schnittstelle Garten / Mensch nicht ganz korrekt ist.

Als krasses Beispiel könnte man annehmen eine kWh Kohlestrom kostete weniger REU als eine kWh Solarstrom, weil die REU Kosten an der Ressourcenquelle falsch festgelegt wurden. Alle Menschen würden demnach Kohlestrom verwenden. Da ihr REU Budget jedoch begrenzt ist, wird der Verbrauch von Kohlestrom trotzdem limitiert. Natürlich wäre es für die Reduktion des kritischeren Ressourcenverbrauchs (Kohle) besser, wenn die Abschätzung realistisch wäre. 

Im Übrigen ist naheliegend, dass auch normale Preise nicht 100% die Herstellkosten abbilden. Jedes Unternehmen legt z.B. Allgemeinkosten mit einem willkürlichen Schlüssel auf seine verschiedenen Produkte um. Zusätzlich wird der Preis auch nach Marksituation bestimmt und enthält einen Gewinnanteil, der für die Entwicklung anderer Produkte eingesetzt wird. D.h. der Kunde zahlt nicht wirklich nur genau die Herstellkosten für ein konkretes Produkt. Genauso wenig muss auch der REU Preis die ökologischen Kosten nicht perfekt abbilden.

 

7.6          Regionen und Individuelle Länderbudgets

 

Die Regionen in denen die Ressourcenüberschüsse bestimmt werden, sollten identisch mit Nationalstaaten sein, denn Nationalstaaten sind für die Gesetzgebung und Gestaltung der Wirtschaft verantwortlich.

These: Abhängig vom Ressourcenaufkommen in einem Land sollten seine Bürger mehr REU ausgezahlt bekommen.

Pro:

  • Es entsteht ein Wettbewerb zwischen den Ländern, da Länder versuchen werden den REU Wohlstand für ihre Bürger zu vergrößern.
  • Nationalstaaten werden ‚ihre‘ Ressourcen schützen.

Contra:

  • Ressourcen gehören keinem Nationalstaat, sondern allen Menschen. Es ist ein willkürlicher Zufall in welcher Region man geboren wird.
  • Es gibt Regionen, die einfach weniger Ressourcen erzeugen (Wüsten, Gebirge, …). Diese Menschen dürfen nicht benachteiligt werden, wenn sie in ihre nicht verlassen sollen.
  • Wenn das Land wenig Einwohner und einen hohen Überschuss hätte, dann würden diese Einwohner zu stark bevorteilt.
  • Es braucht keinen zusätzlichen Wettbewerb zwischen den Ländern: Jeder Akteur hat ein Interesse daran REU zu sparen und sinnvoll auszugeben. Wenn in einem Land Ressourcen nicht geschützt werden, werden hierfür ohnehin hohe REU Kosten entstehen.
  • Menschen in Ländern mit vielen Ressourcen könnten damit mehr Ressourcen verbrauchen, die von anderen Menschen viel dringender benötigt werden.

Fazit:

REU müssen gleich verteilt werden.

 

7.7          Länder ohne REU

 

Eine Mischung von Ländern mit und ohne REU ist problematisch:

  • Handelshemmnis
  • Bevorteilung umweltschädlicher Produkt ist möglich

Sobald aber die größten Wirtschaftsräume den REU einführen, werden alle Länder mitziehen müssen, damit sie sich nicht isolieren.

 

7.7.1          Export in ein Land ohne REU

 

Auch ein Staat ohne REU erhält ein REU Budget. Das Budget kann der Staat an Importeure verteilen, damit diese den REU Preis für Importprodukte bezahlen können. Damit sind Produkte innerhalb des importierenden Landes ohne REU Kosten verfügbar und genauso teuer wie ohne REU.

Sollte der Staat kein REU Budget akzeptieren, so müssen die Importeure dieses Landes die REU in anderen Ländern kaufen. Importierte Waren werden hierdurch teurer.

Das REU Budget für den importierenden Staat ist sehr viel kleiner als das REU Budget, das für alle Einwohner ausgezahlt würde, denn die Einwohner verbrauchen einen großen Teil ihrer landeseigenen  Ressourcen ohne REU zu bezahlen.

 

7.7.2          Export in ein Land mit REU

 

Die REU Kosten für jedes Produkt werden geschätzt und als REU Preis für das Produkt ausgezeichnet. Das Produkt soll aber in jedem Fall höhere REU Kosten als ein vergleichbares Produkt im Importierenden REU Staat haben, damit ökologische Produkte nicht benachteiligt werden. Dies wäre ähnlich zu Einfuhrzöllen. Der Importeur muss diesen REU Preis direkt an den Gärtner zahlen und gibt die REU Kosten an seine Kunden weiter.

 

7.8          Technische Umsetzung REU Währung

 

Die REU Währung ist keine Bargeld Währung. Im einfachsten Fall ist nur eine Primärkontokarte notwendig. So entfallen diese Nachteile:

  • die Herstellung von physischem Geld ist ressourcenintensiv
    • Geldscheine und Münzen müssten immer wieder ersetzt werden
  • Es wären zwei verschiedene Sorten von Bargeld im Umlauf
    • Bezahlvorgänge dauern sehr viel länger
    • Handhabung wird schwierig und chaotisch
  • Die Herstellung von Falschgeld müsste unterbunden werden
  • Auszahlung des physischen REU Budgets wäre schwieriger (Transport, Lagerhaltung, usw.)

7.8.1          Primärkonto zur Auszahlung

 

Jeder Mensch erhält genau ein REU Primärkonto auf Lebenszeit. Nur auf dieses eine Konto wird das monatliche REU Budget ausgezahlt.

Der Benutzer muss sich festlegen, wie das REU Budget überwiesen wird:

  • Monatlich online
  • indem er das REU Budget an einem Servicepunkt auf eine physische Primärkontokarte lädt.

7.8.7.1         Primärkontonummern

 

Die Währung sollte so einfach und kostengünstig wie möglich sein. Die Währung muss auch in Ländern mit schlechter Infrastruktur praktikabel sein.

Annahmen:

  • Die Primärkontonummer soll so kurz wie möglich sein.
  • Es leben max. 20 Milliarden Menschen gleichzeitig und brauchen ein Primärkonto.
  • Primärkontonummern werden wiederverwendet.
  • Die Kontonummer besteht nur aus Zahlen und Großbuchstaben, damit sie leicht vorgelesen werden können.
  • Die Wahrscheinlichkeit von Verwechselungen wird minimiert, indem bestimmte Buchstaben nicht verwendet werden:
    • O,0 sind null
    • B,8 sind 8
    • G,6 sind 6
    • U,V sind V

26 Buchstaben + 10 Ziffern = 36 Symbole -4 nicht verwendete Zeichen ergibt 32 Zeichen, die mit 5 Bit darstellbar sind.

Um mindestens 20 Milliarden Kontonummern zu erhalten, sind   Log 20e9 / log 32 = 6.8 => 7 Stellen sind notwendig und eine achte Stelle kann zur Fehlererkennung verwendet werden.

7*5 Bit = 35 Bit + 5 Bit CRC = 8 Stellen,  maximal 32 ^7 = 34e9 Kontonummern.

Beispiel: E8HT 05ZQ

Neben der Kontonummer für den Benutzer gibt es auch noch eine interne eindeutige Kartenidentifikationsnummer, die aber nicht sichtbar ist. Sie wird benutzt um individuelle Karten zu prüfen oder zu sperren, falls die Karte als verloren gemeldet wurde und ersetzt werden muss.

 

7.8.2          Sekundärkonten

 

Sekundärkonten können beliebig eingerichtet werden, allerdings wird das monatliche Budget nie auf diese Konten eingezahlt. Auf Sekundärkonten  können vom Primärkonto oder von beliebigen anderen Konten REU überwiesen werden.

Sekundärkonten werden sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen genutzt. Die Handhabung ist analog zu bisherigen Geld Konten.

 

7.8.3          Dualkonten

 

Dualkonten sind Konten oder Kreditkarten, die gleichzeitig einen Kontostand in REU und in klassischem Geld haben. Bezahlvorgänge werden auf den heutigen Standvereinfacht, indem die Zahlung beider Summen mit einer PIN-Eingabe oder Unterschrift autorisiert wird.

 

7.8.4          Menschen ohne Online Banking

 

Wenn es keine Infrastruktur für Onlinekonten gibt oder jemand kein Onlinekonto eröffnen möchte,  muss er das REU Budget an einem Servicepunkt auf die Primärkontokarte  überweisen lassen.

Hierzu muss sich die Person identifizieren. Wenn eine Person unregelmäßig kommt, sich dann aber identifiziert, werden die REU nachgezahlt.

 

7.8.5          Servicepunkte

 

Servicepunkte haben einen Internetzugang um Daten zu überprüfen. Neben der Budgetüberweisung sind diese Vorgänge an Servicepunkten möglich, wenn die Karte nicht gesperrt ist:

  • REU Überweisungen auf ein beliebiges Sekundärkonto
  • Konfiguration von Kartenfunktionen (Tagesbudget, PIN, Maximale Summe, …)
  • REU können gegen normales Geld verkauft werden. Der Wechselkurs bildet sich aus Angebot und Nachfrage. Das normale Geld wird auf ein Girokonto überwiesen oder ausgezahlt, wenn dies am Servicepunkt möglich ist.
  • Mit normalem Geld können REU gekauft und auf der Primärkontokarte gutgeschrieben werden. Der Wechselkurs bildet sich aus Angebot und Nachfrage.
  • Karten können gesperrt werden.

7.8.6          Zahlungsvorgänge

 

Müssen so einfach wie möglich sein, denn es muss ja gleichzeitig mit normalem Geld bezahlt werden.

 

7.8.6.1         Zahlungen zwischen Privatpersonen, Kleinsthändler

 

Ideal wäre es wenn REU direkt, ohne weitere Hilfsmittel, zwischen Kontokarten ausgetauscht werden könnten. Dazu wäre notwendig:

  • Eingabe der Summe mit Korrekturmöglichkeit (Tastatur, vielleicht nur Biegen von Randsegmenten damit die Karte flach bleibt)
  • Anzeige der Summe
  • Freigabe der Zahlung
    • mittels PIN wenn die Summe einen konfigurierbaren Grenzwert überschreitet
    • mittels PIN wenn innerhalb eines Tages eine konfigurierbare Schwelle überschritten wird
    • ansonsten erfolgt die Bezahlung direkt ohne PIN
    • Die Karte wird nach x-maliger Falscheingabe der PIN als gesperrt markiert. Die Karte wird damit unbrauchbar, kann aber an Servicepunkten entsperrt werden.
  • Transfer der REU auf eine Empfängerkarte mittels Funkübertragung auf kurze Distanz.
  • Anzeige der empfangenen Summe
  • Anzeige Kontostand (PIN)

Mit Solar/ Energy-Harvesting / OLEDs / Prozessoren / Near Field Communication halte ich eine solche Karte technisch möglich.

 

7.8.6.2         Händler / Geschäfte im Direktverkauf

 

Haben ein aktives Gerät, mit dem von einer aufgelegten Karte (Primär, Sekundär, Dual) REU abgebucht werden können.

 

7.8.6.3         Onlinekäufe

 

Können direkt von einem REU Konto bezahlt werden.

 

7.8.7          Kredite

 

 Es gibt einen kleinen REU Überziehungskredit, der mit dem nächsten REU Budget ausgeglichen werden muss.

Wenn die Karte überzogen ist, können nur noch Produkte des täglichen Lebens gekauft werden. Wenn der Überziehungskredit erschöpft ist, kann nichts mehr gekauft werden. Niemand soll wegen REU verhungern müssen.

 

7.8.8          Kleinstmengen

 

REU Kosten müssen grundsätzlich berücksichtigt werden, denn der Ressourcenverbrauch ist proportional zum Gesamtvolumen des Produktes multipliziert mit den Ressourcenkosten (Strohhalm).

Ausnahmen könnten für Produkte des täglichen Lebens und in geringem Umfang gelten.

 

7.8.9          Verlust von Primärkontokarten

 

Wenn die Primärkontokarte verloren geht, muss die verlorene Karte anhand ihrer internen Kartennummer gesperrt werden und eine neue Karte wird ausgestellt. Auf gesperrte Karten kann kein REU Budget ausgezahlt werden.

Der Finder der Karte kann

  • einen Teil der REU verwenden, wenn ein Tagesbudget ohne PIN konfiguriert ist.
  • Er kann kein monatliches REU Budget auf die Karte laden, da er sich nicht identifizieren kann oder weil die Karte gesperrt ist
  • kann das REU Guthaben nicht vollständig aufbrauchen, da er die PIN nicht kennt. Nach x-Versuchen wird die PIN auf der Karte gesperrt.
  • Wenn er die PIN kennt, kann er das vorhandene Budget aufbrauchen bis die Karte als gesperrt gemeldet ist.

Der ursprüngliche Besitzer verliert das Guthaben auf der Karte.

Die neue Karte hat kein REU Guthaben, erlaubt aber einen kleinen Kredit, s. 7.8.7

Nur wenn die gesperrte Karte an einem Servicepunkt auffällt, könnte das REU Budget auf die neue Karte transportiert werden.

Copyright © 2019 | Martin Huck | E-Mail: info@resource-equivalent-unit.de

 
 
 
Eine parallele Ressourcenwährung für mehr Nachhaltigkeit