Ressourcengenerator: Sauerstoff, Wasser, Klimaanlage, Boden, Lebensraum

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6 Auswirkungen und Konsequenzen

 

6.1 Ökobilanzen

 

In der bisherigen Praxis ist es sehr schwer umfassende und korrekte Ökobilanzen zu berechnen. Ihre Datengrundlage ist oft veraltet oder betrachtet nur Teilaspekte, wie z.B. den Energieverbrauch. Sie sind oft zu pauschal und lassen keine Bewertung ähnlicher Produkte zu.  So gibt es Berechnungen zum Energiebedarf bei der Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung (Graue Energie) verschiedener Produkte aber nicht für ein konkretes Produkt eines bestimmten Herstellers. Beispielsweise gibt es den geschätzten Energiebedarf von 13-16 kWh um ein Kilogramm Aluminium herzustellen [15]. Es ist aber für den Käufer nicht erkennbar, welche Energieform vom konkreten Hersteller genutzt wurde (Wasserkraft, Fossil, …), wie effizient seine Anlagen sind oder ob er recyceltes Aluminium verarbeitet. Zusätzlich müssten bewertet werden:

  • Schäden durch den Bauxitabbau
  • Emission giftiger Stoffe bei der Weiterverarbeitung
  • Energieaufwand für den Transport

Durch den REU Preis für Ressourcen entstehen automatisch individuelle Ökobilanzen für jedes Produkt. Genauso, wie sich für jedes Produkt ein individueller Geldpreis bildet.

 

6.2 Rebound-Effekte werden verhindert

 

Es wird weniger Rebound-Effekte geben. Wenn der Käufer beim Kauf eines ökologisch günstigen Produktes REU spart, kann er dies als Rechtfertigung für den Kauf weiterer Produkte verwenden, aber er wird deren ökologischen Fußabdruck weiterhin aus seinem begrenzten REU bezahlen müssen. In Summe wird er nur so viele Ressourcen verbrauchen können, wie ihm zustehen.

 

6.3 Würden REU den Wohlstand gefährden?

 

Ziel der REU Währung ist nicht die Gefährdung, sondern die Absicherung eines dauerhaften Wohlstandes. Die wahre Wohlstandsgefährdung geht vom immer schneller wachsenden Ressourcenbedarf und der Zerstörung der Ökosysteme aus.

Die REU Währung würde tiefgreifende Veränderungen, auch zum Nachteil Einzelner, auslösen. Insbesondere dort, wo heute besonders ressourcenverschwenderisch gelebt wird.

 Aber es entstehen ebenso viele neue Chancen und Geschäftsmodelle. Z.B. würde es Anreize geben Recyclingsysteme zu perfektionieren, s.a. 6.7.

Es gibt einige Möglichkeiten den Übergang so sanft wie möglich zu gestalten: Wie schnell werden REU eingeführt, wie werden Ressourcen bewertet, wie groß ist das REU Budget.

Mit Sicherheit würden sich bestimmte Produkte und Produktionsmethoden ändern müssen oder sogar wegfallen. Aber dies ist ja unbedingt notwendig, wäre beabsichtigt und ein Erfolg der REU Währung.

 

6.4 Arbeitsplätze

 

Ressourcenintensive Produktionsmethoden könnten durch den Einsatz von Arbeitskräften wieder günstiger werden.

 

6.5 Wird die Welt gerechter?

 

Im Moment verbrauchen wenige Industrieländer den größten Teil aller Ressourcen auf Kosten der gesamten Menschheit. Wenn das REU Budget gleichmäßig an alle Menschen verteilt wird, müssten sich wohlhabende Menschen REU von weniger wohlhabenden kaufen. Der Preis würde über den Markt geregelt. Moralisch ist das zwar nicht perfekt, aber ärmere Menschen würden zumindest einen kleinen Vorteil haben. Im bisherigen System haben arme Menschen nur Nachteile.

Die ganze Idee zielt darauf ab die Umwelt und Ressourcen zu schonen und die Ökosysteme zu stabilisieren. Im Endeffekt profitieren alle Menschen von besseren Lebensgrundlagen und nicht nur einige wenige Wohlhabende. Indem die Gärtnerin den Garten schützt, schützt sie auch die Menschen. Sie ist indirekt ein Interessenvertreter für alle Menschen und verbessert die Gerechtigkeit.

 

6.6 Individuelle Handlungsoptionen

 

Jeder Mensch hat zunächst die Möglichkeit Ressourcen und damit REU zu sparen. Diese ist die unmittelbarste und schnellste Möglichkeit. Gleichzeitig ist dies auch die angestrebte Variante, denn langfristig müssen wir sehr konsequent Ressourcen sparen, um nachhaltig zu werden.

Abhängig vom Einkommen ergeben sich verschiedenen Situationen.

 

6.6.1 Ausgeglichenes Verhältnis REU- und Geldbudget

 

Wenn das Verhältnis REU zu klassischem Einkommen ausgeglichen ist, können alle Produkte mit dem verfügbaren Einkommen  und dem REU Budget bezahlt werden. Hier liegt bereits Nachhaltigkeit vor, wenn das Budget dem Ressourcenüberschuss entspricht. Trotzdem wird dieser Mensch aus Vorsorge versuchen REU zu sparen. Werden gleichzeitig Geldkosten gespart, kann er sich weitere Produkte kaufen, das ändert aber nichts an seiner Nachhaltigkeitsbilanz.

 

6.6.2 REU Überschuss

 

Bei einem REU Überschuss können wegen des limitierten Einkommens weniger Produkte gekauft werden. Dieser Mensch lebt so nachhaltig, dass sich die Ökosysteme sogar wieder verbessern. Wenn er möchte, kann er Teile des REU Budgets verkaufen. Aus ökologischen Überlegungen könnte er seinen REU Überschuss auch zurückhalten, da diese Ressourcen dann nicht verbraucht werden und die Ökosysteme gestärkt würden. Den Überschuss könnte er auch zur Verfügung stellen, um ökologische Projekte zu fördern. Denn wie in 3.1 dargestellt, verbraucht jede Aktivität wieder Ressourcen. Selbst wenn eine Fläche wieder aufgeforstet wird, werden geringe Ressourcen eingesetzt: Energie um in das Gebiet zu gelangen. Gewächshäuser um die Setzlinge zu züchten, Zäune um die jungen Bäume zu schützen, etc.

 

6.6.3 Geldüberschuss

 

Wer mit seinem klassischen Geld mehr Produkte kaufen könnte, aber nicht genug REU besitzt hat diese zusätzlichen Möglichkeiten, wobei das eingangs erwähnte Ressourcensparens vorzuziehen wäre:

Er könnte sein klassisches Geld einsetzen, um Ökosysteme zu stärken. Für einen Teil der tatsächlich entstandenen zusätzlichen Ressourcen kann er REU erhalten. Wichtig ist, dass er keinen REU Vorschuss erhält, auf etwas, dass es noch nicht gibt. Forstet er z.B. einen Wald auf, so wird dieser natürlich nicht sofort Ressourcen abwerfen. Und wenn er dann Ressourcen erzeugt, werden sie nicht 1:1 in REU ausgezahlt, denn dann wäre der Umwelt in Summe nicht geholfen: Er wird ja mit den REU an anderer Stelle Ressourcen verbrauchen.

Als letzte Möglichkeit kann er von anderen Menschen REU abkaufen. Der Preis würde sich durch Angebot und Nachfrage bilden.

 

6.6.4 Geld und REU Mangel

 

Aus verschiedenen Gründen kann das Geldbudget gerade so zum Leben reichen, das REU Budget wäre aber nicht ausreichend.

Mietwohnung mit sehr schlechter Wärmedämmung: Die Miete ist bezahlbar. Und obwohl der Mieter die Heizung vernünftig einsetzt, sprengen die REU Kosten sein REU Budget. Der Mieter kann keine bessere Wärmedämmung erzwingen.

Der Arbeitsplatz ist nur mit dem PKW zu erreichen und obwohl alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind (sparsames Fahrzeug, Fahrgemeinschaften, ÖPNV, ein Umzug ist definitiv ausgeschlossen), wird das REU Budget zu stark strapaziert.

Charakteristisch an diesen beiden Beispielen ist, dass nur durch andere Menschen oder Institutionen die Situation verbessert werden kann.

Durch Zuschüsse und Gesetze müssten Gebäude saniert werden. Die Regelmechanismen durch einen hohen REU Preis versagen, wenn es einen Mangel an bezahlbaren Wohnungen gibt, denn auch schlecht gedämmte Wohnungen können zu hohen Kosten vermietet werden. Dieses Problem gibt es auch heute schon: Vermieter haben nicht unbedingt ein Interesse daran den Wärmeschutz zu verbessern. Vielleicht sollte der Vermieter nach erfolgter Wärmdämmung für einen begrenzten Zeitraum einen Teil der gesparten REU Kosten von den Mietern als Anreiz erhalten.

Das heißt, diejenigen, die die Macht haben den Ressourcenverbrauch zu mindern, sollten dafür belohnt werden oder so wie heute schon üblich, gesetzlich verpflichtet werden.

Beim Pendlerverkehr könnte ein Ausbau des ÖPNV helfen: Der ÖPNV wäre in Hinsicht auf REU Kosten sehr viel wirtschaftlicher und könnte auch einen höheren klassischen Fahrpreis erzielen, so dass auch im Hinblick auf klassisches Geld die Wirtschaftlichkeit von weniger attraktiven Strecken zunimmt.
Wenn eine Wohnung aus wirtschaftlichen Gründen weit weg vom Arbeitsplatz gemietet wird, muss jeder für sich entscheiden, welche Nachteile er für eine niedrigere Miete in Kauf nehmen kann. Die höheren REU Kosten wären nur ein zusätzlicher Teilaspekt der bisherigen Kriterien (Nebenkosten, Miete, Zeitaufwand, Lage, Größe, Umfeld, … ).

Härtefälle müssten besonders ausgeglichen werden.

 

6.7 Welche Effekte, Ideen und Produkte könnten entstehen?

 

Die neue Währung würde vielseitige Änderungen hervorrufen. Sie wird Produkte benachteiligen oder bevorteilen und ist ein starker Innovationsmotor.

  • Langlebige, ressourcenschonende Produkte und Verfahren werden erfunden und eingesetzt
  • gebrauchte Güter werden direkt wiederverwendet (Second-Hand)
  • Verschwendung wird vermieden (Landwirtschaft, Lebensmittel, private Haushalte, Industrie, usw.). Die Wegwerfgesellschaft wird zurückgedrängt.
  • Produkte werden stofflich recycelt
  • Abfälle werden als Rohstoffe erkannt
  • Pfandsysteme werden gestärkt
  • Reparaturen werden wieder wirtschaftlich und Arbeitsplätze geschaffen
  • Produktgarantien werden nicht mehr zeitlich befristet sein, sondern von der Nutzungsdauer abhängen (z.B. Betriebsstunden einer Waschmaschine). So kann der Käufer bewerten, wieviel REU pro Nutzungsstunde anfallen und die Total Cost of Ownership (in REU) bei der Produktwahl berücksichtigen.
  • ressourcenintensive Güter werden geteilt (z.B. Car Sharing)
  • Produkte werden nicht aus belanglosen Gründen weggeworfen und neu angeschafft. (Design, Geschmack, Trends, leichte Mängel, oder einfach wegen des Neuigkeitswertes, …)
  • Menschliche Arbeitskraft wird neu bewertet, da geringere REU Kosten anfallen. Z.B. könnte ein Reinigungsroboter mehr REU kosten, als Reinigungskräfte verursachen.
  • zum Erhalt und Pflege der Ökosysteme werden neue Arbeitsplätze entstehen
  • Produkte erlauben Upgrades. Warum sollte man ein funktionierendes Auto nicht mit einem sparsameren Antrieb upgraden oder auf einen Elektroantrieb umrüsten? Die REU Bilanz würde die wirtschaftlichere Alternative sichtbar machen.
  • schon beim Produktdesign würden Recyclingaspekte und Reparaturaspekte berücksichtigt
  • Bewusstseinsänderung: Jede Aktivität und jedes Produkt hat seinen REU Preis und jeder muss überlegen, ob es die REU Kosten rechtfertigt.

 

6.7.1 Beispiel: CO2 Reduktion bei der Stahlproduktion

 

Sehr positiv sind Bestrebungen sogar in der Stahlindustrie Wasserstoff aus regenerativen Quellen zu verwenden, konkret bei der Salzgitter AG [16]. Dass es in einem solchen Industriesektor derartige Ideen und Ansätze gibt, macht Hoffnung, dass es in vielen, sehr viel unproblematischeren Bereichen, ebenfalls Lösungen gibt. Allein die Frage der Wirtschaftlichkeit bei der Wasserstoffherstellung zur Stahlerzeugung ist ungeklärt, weil der Ressourcenverbrauch von fossilen Energieträgern nicht richtig bewertet wird. Hier würde die REU Währung die Verhältnisse zu Gunsten der nachhaltigeren Verfahren ändern.

 

6.8 Auswirkungen auf aktuelle Umweltprobleme

 

REU ist ein generelles Konzept, das alle Ressourcen umfassend schützen soll. Es ist keine Schmalspurmaßnahme um ein konkretes Problem X zu lösen und dabei vielleicht neue Probleme zu erzeugen oder andere zu übersehen (Beispiel Biosprit und Palmölplantagen). Durch das generelle Ziel Ressourcen zu sparen, werden auch Probleme gelöst oder entschärft, die noch unbekannt sind. Hätte man grundsätzlich für die ökologischen Entwertung von Urwald REU bezahlen müssen, wäre das Problem Palmölplantagen jetzt nicht so gravierend oder erst gar nicht entstanden. Stattdessen hätte man sofort an den richtigen Stellen, der Motoren- und Fahrzeugtechnik sowie an den Verkehrssystemen, optimiert.

Aus diesem Grund sind die folgenden Kapitelüberschriften nur Platzhalter. Meistens reicht die Aussage „Die Ressource / Schädigung wird in REU bewertet, so dass ihr Verbrauch / Schädigung auf ein nachhaltiges Maß zurückgefahren wird“.

Wenn in den Nachrichten von Umweltproblem berichtet wird, ist es sehr interessant zu überlegen, wie sich die REU Währung auswirken könnte, ob die Ressourcen schon berücksichtigt sind oder wie sie erweitert werden muss um dieses Umweltproblem mit marktwirtschaftlichen Mitteln zu entschärfen. Versuchen Sie es einmal selber. Ich bin oft erstaunt, wie viele Probleme mit einer REU Währung offenbar werden, und dass die Währung vielleicht eine Chance zur Lösung sein kann.

 

6.8.1 Kohlendioxid, Treibhausgase

 

6.8.2 Flächenverbrauch

 

6.8.3 Altlasten

 

Altlasten (Mülldeponien, Verschmutzungen, Kahlschlag, …) sind eine gute Option, um mit Einsatz von normalem Geld REU zu verdienen. Die Gärtnerin wird die entstandenen Ressourcenüberschüsse schätzen und einen Teil an denjenigen auszahlen, der die Ökosysteme regeneriert oder entgiftet hat.

 

6.8.4  Entwertung von Ökosystemen

 

6.8.5 Giftstoffe im Boden, Grundwasser und Luft

 

Siehe Altlasten. Verschmutzungen würde REU Kosten verursachen.

 

6.8.6 Massentierhaltung mit Antibiotika, Phosphateinbringung

 

6.8.7 Trinkwasserverschmutzung, Verschwendung

 

6.8.8 Versteppung, Wüstenbildung

 

Wenn zusätzliche REU verdient werden können, indem die natürlichen Systeme regeneriert werden, wäre es attraktiv Flächen aufzuforsten. Kosten, die bei der biologischen Entwertung von Flächen entstehen, sorgen dafür, dass die Entwertung entweder vermieden oder begrenzt wird.

 

6.8.9  Luftqualität

 

6.8.10 Rohstoffverbrauch, -knappheit

 

6.8.11 Reduktion der Artenvielfalt

 

6.8.12 Abfälle (Kunststoffe, Filterrückstände,…)

 

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Eine parallele Ressourcenwährung für mehr Nachhaltigkeit