Stabilität durch Vielfalt

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8 Beispiel

 

8.1 Fossile Energieträger / CO2

 

Ohne Kompromisse während der Einführungsphase würde die Gärtnerin festlegen, wieviel Gigatonnen CO2 pro Jahr emittiert werden dürfen, um den Treibhauseffekt bis 2050 wirksam zu bremsen, z.B. 15 Gigatonnen.  Diese 15 Gigatonnen sollen durch das Gesamtbudget von 8,4e13 REU (siehe 7.5) gekauft werden können.

Es ergibt sich ein Preis von 5,6 REU pro Kilo CO2 (8,4e13 REU / 15e12 kg). Mit anderen Worten können wir mit dem verfügbaren REU Budget so viel CO2 Emissionen bezahlen, wie erlaubt sind, um das Klimaziel gerade so zu erreichen. Jeder dürfte 12.000 REU / 5,6 REU je Kg CO2 erzeugen, das ergeben etwa die 2000Kg CO2, die auch in der Literatur zu finden sind.

Zurzeit wird aber erheblich viel mehr CO2 emittiert und die Gärtnerin muss einen Kompromiss akzeptieren. Sie wird zu Beginn statt der 15 Gigatonnen die weltweiten 34,5 Gigatonnen CO2 Emissionen aus einem Referenzjahr 2012 [19] zu Grunde legen. Dies ergibt dann einen Preis von 2,43 REU pro Kilogramm CO2 (8,4e13 REU / 34,5e12 kg). Aber wohlgemerkt: Dieser Preis ist zu niedrig und würde die viel zu hohen 34.5 Gigatonnen CO2 ermöglichen.

Die Gärtnerin muss diesen Sonderpreis von 2,43 REU innerhalb einiger Jahre dem wahren Preis (5,6 REU pro Kilo CO2) annähern, so dass wir den Übergang nutzen müssen, die CO2 Emissionen zu reduzieren.

Aber selbst mit dem Vorteilspreis lassen sich erschreckende Zusammenhänge erkennen und die ökologische Dimension unseres CO2 Fußabdrucks auf den Punkt bringen:

Ein Economy Linienflug Stuttgart nach Barcelona und zurück verursacht 736 kg CO2 Emissionen [3],  d.h. für diesen  Flug müsste ich 1788 REU bezahlen. Das ist fast mein REU Budget für 2 Monate!   

Ein PKW erzeugt ca. 15kg CO2 auf 100km.  Bei einer Jahreslaufleistung von 12.000 km entspricht das 4.374 REU, also ca. 1/3 meines Jahresbudgets.

Noch beunruhigender ist, dass in Indien die Pro-Kopf Jahresemissionen nur bei 1600 kg CO2 liegen, d.h. ein Inder müsste im Jahr insgesamt 3888 REU (1/3 seine Budgets) für seine CO2 Emissionen bezahlen, hätte aber am Jahresende ein ungenutztes Budget von 12.000 – 3.888 REU = 8.112 REU. Diesen REU Betrag könnte er an andere Menschen verkaufen, die eben mehr CO2 Emissionen verursachen. Das Verschieben von REU führt aber nicht dazu, dass das REU Gesamtbudget überschritten wird.

Dieses Beispiel zeigt für jeden einzelnen Menschen glasklar und sehr eindringlich,

  • welche Verantwortung er für die Nachhaltigkeit trägt.
  • wie ungerecht die Ressourcen genutzt werden.
  • wer den größten Einfluss hat, um die Situation zu ändern.
  • an welchen Stellen jeder seinen CO2 Abdruck wirksam verringern kann.
  • wie groß sein Ressourcenverbrauch relativ zum eigenen REU Budget ist.

Auch Braunkohle versus Fotovoltaik lässt sich in REU gut vergleichen:

Nach [20] hat eine Kilowattstunde Braunkohle Stromgestehungskosten von circa 6.3ct im Mittelwert und verursacht eine CO2 Emission von 0.36kg [21], d.h. 0.87 REU.

Fotovoltaik hat Gestehungskosten von 8.39 ct / kWh (Durchschnitt Kleinanlage) und erzeugt durch die Herstellung etwa 0.05Kg CO2 / kWh, also 0.12 REU.

Damit wird klar, wie vorteilhaft ökologische Energieträger durch die Parallelwährung werden:

6.3 ct / 0.87 REU oder 8.4 ct / 0.12 REU. Die Wahl sollte nicht schwer fallen.

Der Preisvorteil könnte dazu führen, dass für Ökostrom ein höherer klassischer Preis verlangt werden kann. In Maßen wäre dies sogar wünschenswert, denn Investitionen in regenerative Techniken sollen sich auch lohnen.

Copyright © 2019 | Martin Huck | E-Mail: info@resource-equivalent-unit.de

 
 
 
Eine parallele Ressourcenwährung für mehr Nachhaltigkeit