Eine unscheinbare und unterschätzte Dienstleistungsressource

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 3          Grundlegende Annahmen

 Diese Annahmen haben die Idee ausgelöst und beeinflusst:

  •  ·         So gut wie jedes Produkt und jede Dienstleistung beansprucht natürliche Ressourcen.
  •  ·         Jeder Geldtransfer für ein Produkt oder eine Dienstleistung verursacht einen Ressourcenverbrauch.
  •  ·         Je schneller das Geld zwischen Menschen zirkuliert, desto mehr Ressourcen werden verbraucht.
  •  ·         Steuern, Abgaben, Zertifikate, Umweltlabel und Gesetze können den Ressourcenverbrauch kurzfristig lenken aber nicht dauerhaft begrenzen.
  •  ·         Auch für kleinste und unscheinbarste Produkte darf der Ressourcenverbrauch nicht vernachlässigt werden, denn die Stückzahl muss immer berücksichtigt werden.

 

·         Endverbraucher sind der Schlüssel zur Nachhaltigkeit, denn ihre Konsumentscheidungen bestimmen welche Produkte unter welchen Bedingungen hergestellt werden.

 

3.1 Alle Produkte und Dienstleistungen verbrauchen Ressourcen

 3.1.1          Energie

 Energie ist sicher die am häufigsten betrachtete Ressource, sei es wegen des Treibhauseffekts, ihrer Knappheit oder der Emission anderer Schadstoffe. Selbst die von uns als ökologisch angesehenen Methoden zur Energieerzeugung (Fotovoltaik, Windkrafträder, Wasserkraftwerke, …)  brauchen Ressourcen oder schaden den Ökosystemen:

  • ·         Rohstoffe: Stahl, Aluminium, Kupfer, Beton, Seltene Erden für Magnete, chemische Substanzen
  • ·         Produktion: Giftige Produktionsabfälle
  • ·         Betrieb: Flächenverbrauch, Beeinträchtigung der Ökosysteme
  • ·         Entsorgung: Problematische Verbundmaterialien, Halbleiter, Kunststoffe

Bei anderen Energieformen sieht es allerdings um ein Vielfaches schlechter aus. Neben den oben aufgelisteten Ressourcen verbrauchen sie auch noch während des Betriebs kontinuierlich Ressourcen und erzeugen giftige Abfälle. Sie schaffen nicht einmal ihre energetische Amortisation. Damit sind sie auf dramatische Weise umweltschädlicher als alle regenerativen Energieträger.

 

Wenn Energie grundsätzlich nicht ohne Ressourceneinsatz hergestellt werden kann, verbrauchen alle Produkte, die mit dieser Energie hergestellt oder sie verwenden werden, automatisch Ressourcen. Im Prinzip ist damit schon bewiesen, dass alle Produkte und Dienstleistungen Ressourcen verbrauchen.  Hinzu kommen noch weitere Ressourcen, z.B. Materialien zur Herstellung, zum Betrieb und Entsorgung.

 

1.1.2          Beispiele

 

Ein PKW verbraucht Ressourcen bei seiner Herstellung, beim Gebrauch und bei der Entsorgung.

 

Der öffentliche Nahverkehr verbraucht Flächen, Energie für den Betrieb und die Herstellung der Transportmittel. Auch für die Herstellung der Infrastruktur werden Ressourcen eingesetzt.

 

Ein einfaches Telefonat verbraucht Ressourcen, da die Infrastruktur hergestellt und betrieben werden muss. Ein Gitarrenspieler braucht (geringe) Ressourcen, da seine Gitarre hergestellt und irgendwann entsorgt wird (Holz, Metall, Lacke, Kleber, Energie).

 

Selbst ein Friseur benötigt Maschinen, eine Schere, einen Friseursalon. All dies braucht Energie und vielfältige andere Ressourcen.

 

Ein unscheinbarerer Plastikstrohhalm verbraucht bei seiner Herstellung und Vertrieb bis zum Endverbraucher Ressourcen. Derzeit, wenn es sehr gut läuft, wird er wie viele andere Plastikgegenstände energetisch “recycelt“ – was jedoch nur Augenwischerei und Selbstbetrug ist. Bei der Verbrennung entstehen giftige Verbrennungsrückstände und CO2. Alle diese Stoffe müssen von den Ökosystemen gelagert oder regeneriert werden, was eine begrenzte Dienstleistungsressource ist.  Wird der Strohhalm einfach weggeworfen, wird er verschiedenste Ökosysteme schädigen, was ebenfalls einen Ressourcenverbrauch bedeutet.

 

Auch ein echter Strohhalm verursacht einen sehr geringen Ressourcenverbrauch, wenn auch einen sehr viel geringeren als ein Kunststoffstrohhalm, denn er muss unter Energieeinsatz angebaut, bearbeitet, transportiert werden.

3.1.3          So wirkt sich sie REU Währung aus

 

Indem der REU Preis, genauso wie der Geldpreis, durchgängig für alle Produkte bestimmt werden kann, können auch kleinste Ressourcenverbräuche sichtbar werden. Ein einzelner Strohhalm kostet vielleicht nur 0.2 Eurocent pro Stück, dieser kleine Preis kann vom Hersteller exakt berechnet werden. Genauso kann auch ein sehr kleiner REU Betrag ermittelt und bis zum Endverbraucher weitergereicht werden.

 

Egal welches Produkt oder welche Dienstleistung erbracht wird, der REU Preis wird den Ressourcenverbrauch repräsentieren.

 

3.2 Es gibt keine umweltfreundlichen Produkte

 

Es gibt keine umweltfreundlichen Produkte. Ein umweltfreundliches Produkt wäre freundlich zur Umwelt, d.h. es würde der Umwelt helfen und sie verbessern. Da es aber keine Produkte ohne Ressourcenverbrauch gibt, kann es auch keine umweltfreundlichen Produkte geben. Es gibt lediglich Produkte, die mehr oder weniger umweltschädlich sind.

 

Ein Dieb, der nur die Hälfte des Bargeldes stiehlt, ist nicht freundlich. Er ist lediglich etwas weniger feindlich.

 

Ein Produkt, das weniger Ressourcen verbraucht, ist nicht umweltfreundlich, es ist nur weniger umweltfeindlich.

 

Diese Sichtweise ist radikal aber aus Sicht der Gärtnerin richtig: Selbst, wenn ein Produkt einen noch so kleinen Schaden in ihrem Garten verursacht, muss sie berücksichtigen, dass es potentiell für 7 Milliarden Menschen beliebig oft hergestellt und wieder entsorgt werden muss. Ein einzelner Strohhalm ist harmlos – alle produzierten jedoch nicht.

 

Das Produkte nicht perfekt umweltfreundlich sind, ist kein Problem, denn der Garten erwirtschaftet ja Überschüsse und kann auch viele Giftstoffe neutralisieren. Solange die Überschüsse groß, bzw. die Schadstoffraten klein genug sind, leben wir nachhaltig und können Fortbestehen.

 

Ökosysteme erzeugen selbst auch Stoffe, die nicht umweltfreundlich sind, wenn ihre Konzentration zu groß wird. Sauerstoff ist ein Umweltgift für anaerobe Bakterien, CO2 schützt die Erde vor dem Auskühlen und ist wichtig für Pflanzen. Wenn die Konzentration zu groß wird, ist zu viel CO2 jedoch für das momentane Klima schädlich. Alle Kreisläufe befinden sich in einem sensiblen Gleichgewicht, das unser Leben ermöglicht. Der Zustand darf sich nicht plötzlich oder zu unserem Nachteil verschieben.

 

Das heißt, auch der Mensch darf Ressourcen verbrauchen. Aber nicht im Übermaß.

 

Mit der REU Währung kann die Gärtnerin Ressourcenpreise und das Budget so festlegen, dass der Ressourcenverbrauch die Ökosysteme nicht aus dem Gleichgewicht bringt.

 

3.3 Letztendlich entscheiden Verbraucher über den Ressourcenverbrauch

 

Auch wenn durch die vielfach vernetzten und komplexen Produktionswege es nicht offensichtlich ist, dienen sämtliche Produktionsmittel und Ressourcen letztendlich dazu Produkte für den Endverbraucher herzustellen: Niemand würde einen Braunkohltagebaubagger herstellen, wenn er damit nicht das Produkt Strom für seine Kunden erzeugen könnte. Niemand würde eine Stecknadel herstellen, wenn er dafür keinen Abnehmer hätte.  Niemand würde giftige Chemikalien herstellen, wenn sie nicht für die Produktion von Waren oder von Zwischenprodukten notwendig wären, die für Endverbraucherprodukte notwendig sind.

 

Letztendlich werden alle Ressourcen verwendet, um Produkte für die Endkunden zu erzeugen. Gäbe es keine Kunden, würden keine Ressourcen verbraucht. Mit jeder Kaufentscheidung bestimmt der Verbraucher, wie viele und welche Ressourcen verbraucht werden. Wenn der Verbraucher für jeden Ressourcenverbrauch verantwortlich ist, muss er auch Mittel an die Hand bekommen, diese Verantwortung zu erkennen und darauf zu reagieren.

 

Genau dies geschieht durch die REU Währung, die den Ressourcenverbrauch transparent macht, damit sich das Kaufverhalten hin zu nachhaltigen Produkten ändern kann. Gleichzeitig ist das richtige Kaufverhalten keine freiwillige Entscheidung, sondern wird durch das begrenzte REU Budget eine Notwendigkeit.

 

Dies hört sich scheinbar nach einem diktatorischen System an, bei dem die Kunden gezwungen werden ökologischer zu handeln.  Aber es ist alles andere als eine Diktatur, sondern reinste Marktwirtschaft, bei der jede Ressource zu einer begrenzten Ware wird, die selbstverständlich einen Preis hat. Der Käufer kann sich jederzeit frei entscheiden, welche Produkte er kaufen möchte. Einen gerechten Preis für eine Banane zu fordern, ist keine Erpressung und keine Preisdiktatur.

 

3.4 Nachhaltigkeit wird messbar

 

Es ist sehr schwer zu beurteilen, wie nachhaltig ein Produkt letztendlich ist: Beim Wald geht das einigermaßen, seine Nutzung gilt als nachhaltig, wenn weniger Holz geerntet wird, als nachwächst. Aber sobald dieses nachhaltige Holz transportiert und zu einem beliebigen Produkt weiterverarbeitet wird, werden weitere Ressourcen verbraucht (Lacke, Energie, Transport, Klebstoffe, …) und weitere Schadstoffe (Lösungsmittel, Abgase, …) in die Umwelt geleitet. Wenn das Holz nach seiner Nutzungszeit mit den Zusatzstoffen verbrannt wird, entstehen Schadstoffe, die im natürlichen Kreislauf kaum entstehen würden. Sind also Holzmöbel nachhaltig, weil sie aus einem nachhaltig bewirtschafteten Wald stammen?  Wie kann abgeschätzt werden, in welchen Zeiträumen diese Schäden vom Ökosystem beseitigt werden? Wie groß müsste das Ökosystem sein, damit es pro Zeit genauso viele Schadstoffe neutralisieren kann, wie eingebracht werden? Wie viele andere Produkte nutzen das gleiche Ökosystem um ebenfalls Schadstoffe zu entsorgen? Wann ist es überlastet?

 

Perfekte Nachhaltigkeit ist Voraussetzung zum Fortbestehen. Nachhaltigkeit können wir nur verbessern, indem wir wirklich sehr langlebige und recyclingfähige Produkte mit möglichst wenigen und nachwachsenden Ressourcen herstellen, d.h. die Nutzungsraten der Ressourcen gehen idealerweise gegen Null oder sind zumindest kleiner als ihre Regenerationsraten.

 

Dies kann mit der REU Währung erreicht werden, indem jedes Produkt einen REU Preis erhält, der proportional zu den verbrauchten Ressourcen ist und uns gleichzeitig nur ein begrenztes REU Budget zur Verfügung steht.

 

3.5 Jeder Geldtransfer führt zu einem Ressourcenverbrauch

 

Jedes Produkt und Dienstleistung verursacht einen Ressourcenverbrauch (3.1) und wird mit normalem Geld bezahlt. Wenn kein Geld verfügbar ist, um ein Produkt zu kaufen, wird es nicht hergestellt und es werden keine Ressourcen verbraucht. Schon die Möglichkeit ein Produkt gegen Geld zu verkaufen, begründet die Produktion und damit einen Ressourcenverbrauch.

 

Der Erwerb von gebrauchten Produkten löst nur einen geringen weiteren Ressourcenverbrauch aus. Auch gebrauchte Produkte müssen transportiert und aufgearbeitet werden. Indirekt wird ein weiterer Ressourcenverbrauch verursacht, weil der Verkäufer mit dem Geld andere Produkte erwirbt.

 

Auch wenn Geld gespendet oder verschenkt wird, führt diese Geldtransaktion nicht direkt zu einem Ressourcenverbrauch. Der Empfänger wird es aber für den Kauf von Ressourcen einsetzen.

 

Wenn an eine Bank Geld überwiesen wird, wird damit zwar kein Produkt gekauft, aber die Bank wird das Geld investieren, um dem Kontoinhaber Zinsen zahlen zu können. Mit den Investitionen werden Maschinen gekauft, deren Herstellung Ressourcen verbraucht haben und noch wichtiger: Diese Maschinen werden genutzt um noch effizienter Ressourcen in Produkte umzuwandeln. Damit verursachen auch Bankguthaben einen Ressourcenverbrauch.

 

Oberstes Ziel vieler Unternehmen ist es den Umsatz zu maximieren. Dies bedeutet aber automatisch einen höheren Ressourcenverbrauch, wenn Ressourcen nicht richtig bewertet werden. Damit ist unser jetziges Wirtschaftssystem nicht in Lage nachhaltiger zu werden.

 

Sobald Produkte eine REU Preis haben, müssen sich die Ziele der Unternehmen erweitern: Mehr Umsatz ist nicht mehr das alleinige Ziel. Stattdessen müssen erfolgreiche Produkte auch die REU Kosten reduzieren.

 

3.6 Klassisches Geld wirkt wie ein Katalysator für den Ressourcenverbrauch

 

Jeder Geldtransfer löste einen Ressourcenverbrauch aus, s. 3.5.  Im Gegensatz zu den verbrauchten Ressourcen wird das Geld jedoch nicht aufgebraucht und kann vom nächsten Besitzer erneut eingesetzt werden, um weitere Produkte / Ressourcen zu erwerben. Das Geld wirkt wie ein Katalysator. Je schneller das Geld den Besitzer wechselt, desto schneller werden Ressourcen verbraucht.

 

Die REU Währung zirkuliert dagegen nicht: Das REU Budget wird von der Gärtnerin an den Verbraucher verschenkt und fließt von diesem über die Produktionskette zurück an die Gärtnerin, wo sie wieder verschwinden.  Die eingespeiste Menge REU entspricht im Idealfall den überschüssigen Ressourcen REU und verbrauchen sich proportional zu den Ressourcen. REU wirken darum nicht wie ein Katalysator.

 

Wird eine begrenzte REU verschenkt, können auch nur begrenzte Ressourcen bei der Gärtnerin bezahlt werden.

 

3.7 Preiserhöhungen können den Gesamtressourcenverbrauch nicht dauerhaft reduzieren

 

Preiserhöhungen können durch Steuern (Benzinsteuer), Abgaben (Emissionszertifikate) oder gesetzliche Regelungen (der Grüne Punkt, Auflagen zum Umweltschutz) ausgelöst werden.

 

Wenn Produkte mit einem hohen oder unerwünschten Ressourcenverbrauch verteuert werden, wird der Verbraucher auf diese Produkte verzichten oder andere wählen. Hersteller werden Produkte verbessern, um wieder konkurrenzfähig zu machen.

 

Es gibt allerdings mehrere Überlegungen, die gegen eine dauerhafte Begrenzung des Ressourcenverbrauchs sprechen:

 

  • ·         Eine Erhöhung der Ressourcengeldkosten würde wohlhabende Menschen kurz ärgern aber arme Menschen existentiell bedrohen. Die Ungerechtigkeit würde sich vergrößern und wohlhabende Menschen weiter bevorteilen.
  • ·         Wenn Verbraucher ihr Kaufverhalten ändern, werden sie mit dem gesparten Geld andere Produkte kaufen, die ebenfalls Ressourcen verbrauchen. Unter Umständen kaufen sie sogar Produkte, die noch mehr Ressourcen verbrauchen. Letztendlich wird das gesamte Geld umgesetzt und dabei Ressourcen verbraucht.
  • ·         Mehreinnahmen vom Staat werden auch wieder in den Geldkreislauf eingespeist, z.B. werden die zusätzlichen Einnahmen an benachteiligte Menschen ausgezahlt, damit die Maßnahme sozialverträglich ist. Nach Abschnitt  3.6. werden durch diesen Kreislauf erneut Ressourcen verbraucht und der Einspareffekt reduziert oder der Verbrauch verschiebt sich zu anderen Ressourcen.
  • ·         Preiserhöhungen führen zu einer höheren Inflationsrate und dann zu Lohnerhöhungen, so dass der Anreiz günstige Produkte zu wählen, nicht von Dauer ist.
  • ·         Anhand der Preishöhe kann der Käufer nicht erkennen, welches Produkt weniger Ressourcen verbraucht. Ein langlebiges, umweltschonendes und aufwändiger herzustellendes Produkt kann teurer als ein durch Abgaben verteuertes, umweltschädliches Produkt sein.

 

Damit ist nicht gewährleistet, dass durch den erhöhten Preis die Gesamtentnahmerate von Ressourcen dauerhaft reduziert wird. Der Ressourcenverbrauch verschiebt sich vielleicht nur.

 

Das ändert sich, wenn die genutzten Ressourcen für jedes Produkt mit einem eigenen Preis in REU ausgewiesen werden. Das umweltschädliche Produkt hat einen niedrigen Geldpreis und einen hohen REU Preis. Beim weniger umweltschädlichen wird dies genau umgekehrt sein:  Ein niedriger Geldpreis und ein hoher REU Preis.  Das Maß für Umweltfeindlichkeit wird direkt sichtbar und das umweltfeindlichere Produkt benachteiligt. Da zusätzlich das REU Budget begrenzt ist, und die REU Währung nicht zwischen den Menschen zirkuliert, werden die genutzten Ressourcen tatsächlich begrenzt.

 

Ein Problem kann jedoch nicht direkt mit dem REU-Preis gelöst werden: Wenn ein Produkt über seinen Lebenszyklus wenige Ressourcen / REU verbraucht, kann es in der Anschaffung doch einen höheren REU-Preis haben, d.h. der Verbraucher könnte sich falsch entscheiden. Für jedes Produkt müssten die Gesamt-REU über den Lebenszyklus angegeben werden.

 

Hersteller von hochwertigen, aber teuren Produkten, könnten z.B. eine Betriebsstundengarantie, statt einer zeitlichen Garantie gewähren. Mit dieser Garantie würden langlebige und darum ökologische Produkte attraktiver und der Verbraucher kann leicht feststellen wie viele REU er pro Betriebsstunde ausgeben muss. Technisch wäre es heutzutage kein Problem, einen Betriebsstundenzähler in z.B. Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Mixer, etc. zu integrieren, um die Garantiezusagen zu überprüfen.

 

3.7.1          Preiserhöhungen durch Steuern

 

Steuern führen zu einer Preiserhöhung und auch zu einer Verhaltensänderung. Allerdings führt dies nicht unbedingt zu einer dauerhaften Schonung der Ressourcen insgesamt, siehe oben.

 

Es dauert sehr lange, bis über eine Steuer entschieden wird. Mit Steuern wird nur reagiert, sie werden nicht präventiv eingeführt. Die Gärtnerin könnte auch schon bei Risiken präventiv reagieren und unerwünschte Stoffe mit einem hohen REU Preis bewerten. Das würden wir auch mit unserem eigenen Garten machen, wenn dort jemand einen problematischen Stoff entsorgt .

 

Notwendige Steuern werden nicht eingeführt, weil die nationale Wirtschaft einseitig leidet (z.B. Flugbenzinsteuer). Da die Gärtnerin die REU Preise nach einheitlichen Grundsätzen global festlegt, entfallen derartige Hindernisse.

 

Selbst wenn mit den zusätzlichen Steuern Umweltprojekte gefördert werden, wird das Geld letztendlich wieder den Menschen zu fließen und der Kreislauf beginnt erneut. Bis derartige Umweltprojekte den Schaden kompensieren können oder tatsächlich Ressourcen aufarbeiten, vergehen Jahre. Wenn mit Treibstoffsteuern Waldflächen aufgeforstet werden, ist der Schaden (CO2 Emissionen durch die Verbrennung der Treibstoffe, etc.) sofort wirksam, aber die Kompensation erfolgt zu spät und zu langsam. Diese Lücke führt dazu, dass sich die Lebensbedingung weiter verschlechtern.

 

Österreich liefert einen Hinweis dafür, dass dieser Mechanismus existiert:  In den Jahren 2000 - 2015 haben sich die Ökosteuern in Österreich um ca.  40% erhöht [4]. Gleichzeitig (2000-2014) hat sich die Bilanz der Biokapazität von minus 2.5 gha auf minus 3.1 gha verschlechtert. Ich schließe daraus, dass Steuern das Verhalten vielleicht ändern können, aber weder den Ressourcenverbrauch senken noch die Ökosysteme schützen können.

 

Ein weiteres Beispiel ist der Ökoanteil an der Treibstoffsteuer: Wem ist überhaupt noch bewusst, dass im Steuersatz ein Ökoanteil enthalten ist? Wer wird wegen dieses geringen Anteils sein Verhalten ändern? Selbst wenn der Ökoanteil einmal zitiert wird, dann nur um Umweltpolitik zu kritisieren oder sich übertrieben über die Mehrkosten zu beschweren. Damit wird der Akzeptanz von Umweltschutz ein schlechter Dienst erwiesen und der ökologische Effekt ist nicht vorhanden.

 

Wäre stattdessen der Ökoanteil in REU ausgewiesen, wäre jedem klar, warum diese Kosten entstehen, sie würden als gerechter empfunden und es käme nicht der Verdacht auf, der Staat sucht lediglich nach weiteren Einnahmequellen. REU finanzieren keinen Staat, sondern sie sind der nachvollziehbare Preis für genutzte Ressourcen.

 

3.7.2          Preiserhöhungen durch Auflagen und Gesetze

 

Der Gesetzgeber kann Herstellern Auflagen machen, die die Produktion oder Entsorgung regeln. Der zusätzliche Aufwand führt zu einem höheren Preis. Die Mehreinnahmen sind zweckgebunden.

 

Das Duale System Deutschland ist hierfür ein Beispiel. Hier werden für Verkaufsverpackungen Lizenzen erworben und das Produkt verteuert. Mit den Lizenzgebühren sollen Kunststoffe recycelt werden.
Wichtigstes Ziel ist es die Menge an Kunststoffverpackungen zu reduzieren. Seit Einführung des Grünen Punktes 1991 ist die Menge an Kunststoffverpackungen jedoch angestiegen, eine Trendumkehr ist nicht erkennbar. Das Ziel wurde deutlich verfehlt.

 

2014 wurde etwa die Hälfte aller Kunststoffverpackungen energetisch verwertet  [5], d.h. zu CO2 und Schadstoffen (Filterrückstände, …) umgewandelt. Eine stoffliche Verwertung ist nur für saubere und nach Sorte getrennten Kunststoffen möglich. Hinzu kommt, dass recycelte Kunststoffe nicht für Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden dürfen. Es ist also nicht wirklich ein Recycling, sondern eher eine verzögernde Kaskade, an deren Ende Abfall und kein Wertstoff steht. Der grüne Punkt versagt an dieser Stelle und verhindert eine echte Lösung, da sich alle Beteiligten auf dieses System verlassen, die Verantwortung abgeben oder damit Profit machen.

 

Dem Verbraucher ist zum einen nicht klar, wieviel er für die Verpackung zahlen muss und zum anderen ist der Anteil am Gesamtpreis zu gering, als dass er eine Kaufentscheidung beeinflussen könnte. Wären die Verpackungskosten jedoch ausgewiesen, sähe dies anders aus, denn z.B. seit Plastiktüten für ein paar Cent verkauft werden, entscheiden sich Kunden für Alternativen [6].  Oft sind Produktverpackungen noch sehr viel problematischer als einfache Plastiktüten (Gewicht, Verbundfolien, Materialmix, Einmalverwendung, …) und müssten sogar einen höheren Preis als Plastiktüten haben. Als Konsequenz würde sich der Verbraucher häufiger für weniger aufwändige Produktverpackungen entscheiden.

 

Gut ist, dass Kunststoffe immerhin zu einem hohen Prozentsatz eingesammelt und nicht unkontrolliert in die Ökosysteme eingebracht werden. Allerdings gibt es immer wieder Meldungen, nach denen der eingesammelte Kunststoff an andere Länder exportiert wird, in denen dieser Abfall nicht richtig aufgearbeitet wird. Der Duale Punkt nimmt Geld ein, aber liefert nur eine geringe Gegenleistung.

 

Besser wäre es Mehrwegverpackungen statt Kunststoffverpackungen zu verwenden.  Wenn die ökologischen Kosten pro Produkt, also inklusive der Verpackung, als REU Preis ausgezeichnet werden, und das REU Budget begrenzt ist, wären weniger umweltschädliche Verpackungen im Vorteil.

 

Wie bei Steuern gilt auch für Verordnungen, dass sie sehr lange verhandelt werden müssen, und die Industrie die Gesetzte erfolgreich in ihrem und nicht im ökologischem Sinne aufweicht, wie z.B. der Gewichtsbezug beim Energieeffizienzlabel für PKWs [7].

 

3.7.3          Preiserhöhungen durch CO2 Emissionszertifikate

 

Der CO2 Emissionshandel arbeitet in etwa wie die REU Währung: Das Volumen der CO2 Emissionszertifikate wird begrenzt und kontinuierlich reduziert. Unternehmen müssen die Zertifikate erwerben oder es werden Zertifikate zugewiesen. Unternehmen, die wenige Zertifikate benötigen, haben einen Wettbewerbsvorteil [8].
Ob ein Unternehmen wettbewerbsfähig ist oder nicht, hängt von vielen weiteren Faktoren ab (Unternehmensgröße, Service, Qualität, …). Der Endkunde kann nicht erkennen, warum das Produkt eines Unternehmens günstiger ist, geschweige denn kann er am Preis beurteilen wie ökologisch ein Produkt ist. Es ist durchaus denkbar, dass ein Unternehmen trotz hoher Zertifikatskosten durch eine billigere und umweltschädliche Produktion ein günstigeres Produkt anbieten kann.

 

Wenn dagegen die CO2 Emissionskosten separat als REU Preis ausgewiesen würden, könnte der Käufer sich entscheiden,  ob es eine günstigere Alternative gibt. Durch die Begrenzung seines REU Budgets wären die REU Kosten ein wichtiges Kaufkriterium.
Auf diese Weise würden Unternehmen, die mit höherem Aufwand und Kosten (Geldpreis hoch) weniger umweltschädliche Produkte erzeugen (geringe REU Kosten) einen Vorteil gegenüber Unternehmen haben, die mit billigen Techniken (Geldpreis niedrig) umweltschädliche Produkte herstellen (REU Preis hoch).

 

Die ökologischen Kosten müssen dazu separat von den Geldkosten sichtbar sein.

 

Auch für die Zertifikate gelten die anfänglichen Aussagen in 3.7 (Inflationsrate, das eingenommene Geld fließt zurück, …) und sind damit nicht langfristig wirksam.

 

Wenn fossile Energieträger höher besteuert werden (Gas, Kohle, Öl). würden vermehrt regeneratives Holz (ohne CO2 Zertifikat) oder Biotreibstoffe verbrannt, dies wäre dann zwar eine CO2 Einsparung, aber im Prinzip nur ein Umlenken auf andere begrenzte Ressourcen. Letztendlich würden die Ökosysteme geschwächt (Monokulturen von Energiepflanzen, Abholzen). Auch das muss unbedingt vermieden werden.

 

Werden diese Ressourcen alle mit REU Kosten belegt, würden statt einer Ausweichbewegung auf Energiepflanzen Technologien zur Einsparung von Energie bevorzugt. Z.B. durch Fotovoltaik Anlagen in Kombination mit  Wärmepumpen und Wärmespeichern, Elektrolyse von Windstrom usw.

 

3.8 Gesetze werden Ökosysteme schützten

 

Gesetzte sind auch mit einer REU Währung notwendig, da nicht alles über einen REU Preis geregelt werden kann. Zum Beispiel wäre es fatal, wenn man versuchen würde den Einsatz von E605, Lindan oder DDT nur über den REU Preis zu steuern. Diese Stoffe sind so schädlich, dass sie gesetzlich verboten werden müssen.

 

Allerdings können Gesetze der wirtschaftlichen und ökologischen Dynamik nur langsam folgen. Die Gesetzgebung reagiert nur und muss erst Gewissheit haben. Präventiv wird kaum etwas verboten, erst muss ein signifikater Schaden eintreten (Dioxin, Nuklearenergie, …).

 

Ökologische Systeme sind sehr komplex und es kann nur schwer abgeschätzt werden, welche ökologischen Schäden durch welche menschliche Aktivität entstehen.  Das heißt aber, dass Gesetze wahrscheinlich zu spät erlassen werden, zu langsam wirken, sehr komplex sind und vielleicht nicht geeignet sind die Probleme zu lösen. Auch ein Anpassen der Gesetzte ist komplex und langwierig.

 

Oft werden Gesetzte mit Absicht sehr unterschiedlich interpretiert und unterlaufen, was dann langwierig gerichtlich geklärt werden muss.

 

Um die vielen Umweltthemen aufzugreifen, würde die Zahl der Gesetze dramatisch zunehmen und unübersichtlich werden, denn es müssten viele Einzelressourcen geschützt werden. Am Ende fühlen sich Produzenten und Verbraucher unsicher, kontrolliert und unnötig eingeschränkt. Die Akzeptanz und Wirksamkeit der Gesetze würde reduziert.

 

Teilweise werden Gesetzte mit dem Argument verhindert, dass das der Markt regeln soll und keine komplexen Gesetze notwendig sind. Leider funktioniert das nicht. Die klassische Wirtschaft hat den Schutz der Ökosysteme nicht im Fokus und freiwillige Verpflichtungen sind wertlos, wie z.B. die freiwillige Vereinbarung zur Senkung des PKW Kraftstoffverbrauchs.

 

Die Forderung nach einer freien Marktwirtschaft, die auch Umweltprobleme adressieren soll, spricht voll und ganz für die Einführung einer REU Währung: Mit dem REU Preis erhalten Ressourcen einen Wert, der zu marktwirtschaftlich sinnvollem Verhalten führt und den Ressourcenverbrauch regelt.

 

3.9 Ressourceneffizienz ist wichtig, aber keine Lösung       

 

Ressourceneffizienz ist elementar wichtig und muss auch angestrebt werden. Allerdings muss der Ressourcenverbrauch in Summe so begrenzt werden, dass höchstens Ressourcenüberschüsse genutzt werden. Das Ziel kann nicht sein alle Erdölvorräte mit maximaler Effizienz in CO2 umzusetzen, sondern der Erdölverbrauch muss so eingeschränkt werden, dass die Ökosysteme die Schadstoffe neutralisieren können. Wenn sie es nicht können, dürfen sie nicht mehr verwendet werden.

 

Es muss einen Mechanismus geben, der verhindert, dass Ressourcen überstrapaziert werden. Es muss einen Anreiz geben Ressourcen generell zu sparen und alle Stoffe zu recyceln, und dies auch ohne akute Bedrohung.

 

Wenn den Menschen nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht, können sie entscheiden, ob sie ein ineffizientes Produkt erwerben, oder ihre REU für andere Dinge ausgeben. Der Gesamtressourcenverbrauch wird in beiden Fällen durch das Budget begrenzt.

 

Als frappierend schlechtes Beispiel sehe ich die europäischen Energieeffizienzklassen für PKWs an: Ein schweres Auto mit hohem Verbrauch kann A++ sein, weil das hohe Fahrzeuggewicht effizient von A nach B gebracht wird. Toll, wenn wir uns also alle für diese effizienten Autos entscheiden, wird die Umwelt gerettet!

 

3.10 Es reicht nicht Verhalten durch Überzeugung zu ändern

 

Ohne Überzeugung geht es nicht. Nur wenn Menschen überzeugt sind, werden sie ihr Verhalten ändern. Allerdings reichen freiwillige Verhaltensänderungen wahrscheinlich nicht aus:

 

·         Verhaltensänderungen brauchen sehr viel Zeit und könnten zu spät kommen.

 

·         Verhaltensänderungen sind unverbindlich. Es liegt im Ermessensspielraum jedes Einzelnen wie er sich verhält. Die Gefahr ist, dass jeder etwas tut und sich dabei gut fühlt, aber es am Ende nicht reicht.

 

·         Selbst wenn wir überzeugt sind, fällt es uns schwer unbequeme Dinge zu ändern. Unser Ideenreichtum findet immer Ausnahmen und Ausreden.

 

·         Es ist nicht direkt erkennbar, welche Verhaltensalternativen zu einem geringeren Ressourcenverbrauch führen. Selbst mit bester Absicht können große Schäden und unerwartete Effekte nicht verhindert werden.  Die Produktion von Palmöl und anderen Biokraftstoffen zeigt, wie gut gemeinte und vom Staat geförderte Ideen, z.B. durch den vorgeschriebenen Anteil an Biokraftstoff, an anderer Stelle einen negativen Effekt haben können.

 

·         Wir müssen das Gefühl haben, dass alle anderen Menschen ebenfalls ihr Verhalten ändern, und dass für alle die gleichen Bedingungen gelten. Der REU Preis stellt sicher, dass jeder nur die Ressourcen verbraucht, die ihm mit dem REU Budget geschenkt wurden oder er muss zusätzliche REU verdienen.

 

·         Sehr oft hört man Argumente wie „Wenn ich das allein mache ändert sich nichts, man muss bei den großen Umweltsündern anfangen!“, „Ich weiß, dass das was ich tue falsch ist, aber was mein Nachbar macht ist viel schlimmer!“, „Ich weiß, dass das falsch ist, aber ich habe eine Photovoltaikanlage und kompensiere das!“. Solche Argumente werden hinfällig, wenn jeder nur sein REU Budget ausgeben kann. Dann kann der Nachbar ruhig etwas Schlimmes tun, er wird dafür an anderer Stelle REU einsparen müssen.

 

Wir müssen überzeugt werden. Zusätzlich muss es einen Rahmen geben, damit alle an einem Strang ziehen und wir uns nicht den schwarzen Peter zuschieben oder uns herausreden können.

 

Der REU-Preis macht Umweltkosten transparent und er gilt für alle Menschen. Anhand seiner eigenen REU-Ausgaben kann jeder beurteilen wie umweltschädlich sein Verhalten insgesamt ist und ob es sich verbessert. Jeder kann sich auch darauf verlassen, dass sein Nachbar nicht unzulässig Ressourcen verbraucht. Wenn er scheinbar mehr Ressourcen verbraucht, hat er die benötigten REU vorher verdient oder von anderen Menschen abgekauft.

 

3.11 Wir brauchen eine generelle Lösung

 

Lösungen für spezielle Ressourcenprobleme, z.B. beim Klimawandel wo die Dienstleistungsressource „CO2 neutralisieren“ überbeansprucht wird, sehen teilweise erfolgreich aus. Allerdings betrachten sie in einem Gesamtsystem nur dieses eine Problem und keine Nebeneffekte. Aufgrund der vielen Problemfelder müssten auch sehr viele individuelle Lösungen gefunden werden. Diese Komplexität und die Zahl der vielen Einzelmaßnahmen könnte uns frustrieren, abstumpfen und d.ie Effekte zu Nichte machen.

 

Z.B. werden seit Jahren sehr erfolgreich regenerative Energien gefördert, um den Klimawandel zu bremsen. Dies wird hoffentlich dazu führen, dass wir in Zukunft nur noch regenerative Energien verwenden und diese sehr preiswert wird. Das CO2 Problem wäre gelöst. Aber die Herstellung und der Betrieb der Anlagen (Fotovoltaik, Wind, Wasser) benötigt auch Ressourcen (Flächen, Rohstoffe, Ökosysteme). Ein Überfluss an billiger Energie birgt noch ein erneutes Risiko: Energie wäre kein begrenzender Faktor mehr und wir würden diese Energie vermutlich einsetzen, um andere Ressourcen noch intensiver zu nutzen. Das Problem verlagert sich. Der Grundsatz muss sein: Wir dürfen nicht mehr Ressourcen verbrauchen als sich regenerieren.

 

Tendenzen, die diese Annahme untermauern, sind schon zu beobachten: Es werden Elektroautos gebaut, die dann in Zukunft vielleicht mit Ökostrom fahren. Weil dieser Strom ja sauber ist, können schwere Autos mit hohem Energiebedarf konstruiert werden.  Diese Fahrzeuge verbrauchen aber sehr viele andere Ressourcen, angefangen von den Rohstoffen über Giftstoffe bei Produktion und Entsorgung. Es muss also immer um das Gesamtsystem gehen.

 

Würden dagegen die REU Kosten für die Produktion und den Betrieb von Elektroautos transparent, würden sich die Entwicklungsziele verschieben und angemessene, zweckorientierte Fahrzeuge durchsetzen.  Trotzdem könnte jeder im Rahmen seines REU Budgets beliebige Fahrzeuge kaufen, diese Freiheit wird nicht eingeschränkt.

 

3.12 Öko-Label sind ineffektiv

 

Derartige Label oder Auszeichnungen mit ihren Bewertungsstufen sind ein brauchbarer Ansatz um die ökologischen Auswirkungen eines Produktes sichtbar zu machen. Oft bewerten sie allerdings nur einen einzelnen Aspekt, z.B. den Energieverbrauch. Zudem gibt es eine sehr große und verwirrende Anzahl verschiedener Labels, die sogar von den Herstellern selbst vergeben werden können und vielleicht gar keine Aussagekraft besitzen.

 

Die Bewertung ist sehr aufwändig und sie müsste regelmäßig wiederholt werden. Geschieht dies nicht, hat der Hersteller kein Interesse daran, bereits gut bewertete Produkte weiter zu verbessern, da die Änderungen nicht in Form eines neuen Öko-Labels sichtbar werden.

 

Mit Ökolabeln können Produkte nicht ausreichend klassifiziert werden, da sie immer nur grobe Aussagen machen.

 

Auch besteht die Gefahr, dass sich die positiven Auswirkungen durch Rebound-Effekte verringern oder ins Gegenteil verkehren können: Wir können durch ein Öko-Label ein Produkt mit geringem Energieverbrauch wählen. Das könnte für uns das Argument sein noch weitere Produkte zu kaufen. Ja, ich könnte den Tatbestand auch beliebig oft als Argument einsetzen, um den Kauf weniger ökologischer Produkte zu rechtfertigen. In Summe werden nicht nur mehr Energie, sondern auch mehr Ressourcen verbraucht. 

 

Copyright © 2019 | Martin Huck | E-Mail: info@resource-equivalent-unit.de

 
 
 
Eine parallele Ressourcenwährung für mehr Nachhaltigkeit